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„Das Beste aus beiden Welten“ Integrativer Behandlungsansatz der KEM ist bundesweit einmalig

20.11.2014 12:02
Rund 250 Betroffene informierten sich am 15. November im Rahmen eines Arzt-Patienten-Seminars über die Möglichkeiten interdisziplinärer Behandlungsmethoden bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Eingeladen ins Essener Haus der Technik hatten die Kliniken Essen-Mitte (KEM) sowie die Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV). Dabei wurde deutlich: Die Kombination aus Schulmedizin und komplementären

Etwa 400.000 Frauen und Männer leben in Deutschland mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Chrohn oder Colitis ulcerosa. In beiden Fällen handelt es sich um unheilbare chronische Erkrankungen des Darms, die mit starken Schmerzen und Durchfällen sowie häufig mit weiteren Nebenerkrankungen wie Gelenkbeschwerden, Augenentzündungen, aber auch Beeinträchtigungen der Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse verbunden sein können. Mit einem integrativen Ansatz, der Schulmedizin und wissenschaftlich geprüfte Heilmethoden aus Naturheilkunde und Komplementärmedizin gezielt verbindet, ermöglichen die Kliniken Essen-Mitte eine effektive und ganzheitliche Versorgung betroffener Patienten. Prof. Dr. Jost Langhorst, Leiter des Zentrums für Integrative Gastroenterologie der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin der KEM: „Damit sind die Kliniken Essen-Mitte bundesweit einmalig aufgestellt.“

 

Eingebunden in das Versorgungsmodell sind neben der medikamentösen und chirurgischen Behandlung gezielt etwa auch Phytotherapie und Akupunktur, aber auch ganzheitliche Ansätze, wie sie in der so genannten Mind-Body-Medizin zum Tragen kommen. Letztere nimmt insbesondere Einfluss auf Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten, fördert einen gesundheitsbewussten Lebensstil sowie Entspannungstechniken und Stressreduktion. Langhorst: „Tatsache ist, dass sich über 90 Prozent der CED-Patienten eine Kombination von Schul- und Komplementärmedizin, also das Beste aus beiden Welten, wünschen.“ Ernährung, Stressmanagement, naturheilkundliche Selbsthilfestrategien und Immunsuppression standen dementsprechend auch bei den intensiven Workshops, die auf die Fachvorträge folgten, im Mittelpunkt: Durch den konsequenten Mix aus Theorie und Praxis wurden die Teilnehmer des Seminars umfassend informiert – insbesondere hinsichtlich aktueller Behandlungsmöglichkeiten.

 

Dabei wurde deutlich, dass jede Behandlung individuell zugeschnitten und auf die jeweilige Diagnose abgestimmt sein muss. Privatdozent Dr. Peter Hoffmann, Direktor der Abteilung Allgemeine Innere Medizin, Gastroenterologie und Diabetologie: „Jeder einzelne Patient braucht eine individuelle Versorgung, abhängig von der Art seiner Erkrankung und deren Schwere. Und gerade in diesen Punkten kommt es auf die Erfahrung der Ärzte an, die die Behandlung durchführen.“ So müsse klar sein, dass etwa der Einsatz von Kortison „keine Allzwecklösung“ sei. Stattdessen empfahl der KEM-Experte, sich auch mit den Chancen, die mit einer frühzeitigen Kombinationstherapie im Vergleich zur Standardtherapie einhergehen, auseinanderzusetzen. Hoffmann: „Fakt ist: Moderne Medikamente können Operationen mittlerweile zum Teil vermeiden oder zumindest deren Zahl reduzieren.“

Ist eine Operation unumgänglich, sollte diese in jedem Fall „möglichst schonend“ durchgeführt werden, wie Prof. Dr. med. Dr. h.c. Martin K. Walz, Direktor der Klinik für Chirurgie und des Zentrums für Minimal Invasive Chirurgie an den KEM erläuterte. „Und ich meine schonend in Bezug auf den Darm und den Patienten.“ Eine chirurgische Entfernung eines Darmabschnittes sei längst nicht mehr in jedem Fall notwendig. „Die Möglichkeiten der Strikturoplastik sind vielfältig.“ Narbenbildungen in der Darmwand oder Verengungen könnten mittlerweile unter Erhaltung des betroffenen Darmabschnitts operiert werden. An den KEM würden aus diesem Grund gezielt modernste Methoden der minimal-invasiven Chirurgie („Schlüsselloch-Chirurgie“) eingesetzt. Zudem konzentriere man sich bewusst auf eine schnelle Rehabilitation des Patienten, um typische Nebenerkrankungen der Bettlägerigkeit – Thrombosen etwa – zu vermeiden.

 

Wie viele schwere chronische Erkrankungen hat eine CED zudem Einfluss auch auf das seelische Wohlbefinden der Patienten. Ein Problemfeld, dem an den KEM ebenfalls begegnet wird. Dipl. Psych. Gesa Janssen-Schauer, Leiterin des Bereichs Psychotherapie: „Die Symptome einer CED gehen oftmals mit psychischen Erkrankungen einher – Depressionen etwa, Angststörungen und Somatisierungsstörungen.“ Zudem seien Betroffene oftmals sozial isoliert, trauten sich kaum noch vor die Tür. „Eine fundierte psychotherapeutische Behandlung kann daher entscheidend zur Genesung beitragen, insbesondere eine bewusste Stressreduktion. Denn Stress, das hat sich in Studien ebenfalls gezeigt, verschlimmert das Krankheitsbild durchaus.“

 

Schulmedizinische Versorgung nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen in Medikation und Operationstechniken, eine fundierte psychologische Begleitung und naturheilkundliche bzw. komplementärmedizinische Strategien – die KEM garantieren zu jeder Zeit eine umfassende, interdisziplinäre Behandlung von CED. Zudem führen die Kliniken Essen-Mitte derzeit verschiedene Studien durch, darunter etwa zum Einsatz von Yoga und Phytotherapien bei CED. Langhorst: „Unser Ziel ist es, diese Methoden wissenschaftlich zu untermauern und so in die klinische Versorgung zu integrieren. Denn nur so können langfristig möglichst viele Patienten davon profitieren.“

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