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Versorgungsqualität muss "transparent, vergleichbar und messbar" sein

15.11.2012 12:40
Die Versorgungsqualität in der Hilfsmittelversorgung stand am Weltqualitätstag im Mittelpunkt des Qualitätsforums des Qualitätsverbundes Hilfsmittel (QVH) e.V. Mehr als 80 Teilnehmer kamen am 08.11.2012 in das Otto Bock Science Center Medizintechnik, um mehr zum Thema „Die Hilfsmittelbranche im Spannungsfeld von Versorgungsqualität und ökonomischen Zwängen“ zu hören und mit zu diskutieren.

Die Vorstandsmitglieder des QVH, Norbert Aumann und Hubertus Lasthaus, forderten in ihren Einführungsreferaten, dass es zukünftig wieder mehr um die Qualität der Versorgung und nicht um den niedrigsten Preis gehen müsse. Lasthaus machte deutlich, dass „die Patienten in der Regel nicht wissen, was Sie erwarten können und dürfen. Daher ist es für sie schwer, die Qualität einer Versorgung umfänglich einzuschätzen.“ Die Vorstände des QVH waren sich daher einig, dass die Ergebnisqualität für den Patienten transparent, vergleichbar und messbar sein müsse. Diese Zielsetzung verfolge der QVH seit seiner Gründung. Mit dem QVH-Gütesiegel sei ein Instrument zur Messbarkeit und Überprüfbarkeit von Ergebnisqualität entwickelt worden.

Dem Präsidenten des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik, Klaus Jürgen Lotz, reicht es nicht, „ständig von Qualität zu reden“, vielmehr „müssen klare Definitionen geschaffen werden“. Lotz machte in seinem Vortrag deutlich, wo er zukünftig hin möchte. „Wenn wir in der Zukunft qualitativ hochwertige technische Orthopädie machen wollen, müssen wir diese heute definieren und im Kassensystem einführen. Wenn wir weiter zulassen, dass jeder macht, was er gerade für richtig hält, wird das zum Verfall der Qualität führen."

Die Referatsleiterin Gesundheitspolitik der BAG SELBSTHILFE, Dr. Siiri Doka, beleuchtete in Ihrem Vortrag „Qualität in der Hilfsmittelversorgung zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ die Versorgungssituation aus Sicht der Patienten. Sie stellte fest, dass es auf allen Qualitätsebenen noch Problembereiche gebe, die geändert werden sollten. Aus ihrer Sicht liegen die Probleme eher bei den Versorgungprozessen und nicht bei der Qualität der Produkte. Für Patienten sei das System der Hilfsmittelversorgung oft undurchschaubar, so Dr. Doka.

Der Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, Thomas Ilka, plädierte in seinem Vortrag „Kostendämpfung oder Versorgungsqualität – Müssen wir uns für eins entscheiden oder geht beides?“ für eine ausgewogene Balance zwischen den Vergütungen und der Qualität der zu erbringenden Leistungen.

Carla Grienberger vom GKV-Spitzenverband machte deutlich, was im Hilfsmittelbereich zukünftig benötigt wird. Beispielsweise seien eine „stärkere Vernetzung der einzelnen Versorgungsbereiche“, „mehr Qualitätswettbewerb bei der Versorgung“ und „die Überprüfung der Erfüllung von Verträgen" notwendig. Aber auch „Nutzenbewertungen zur Angemessenheit von Preisen im Zusammenhang mit Qualität, Effektivität und Effizienz in ausgewählten Bereichen“ und „Marktgerechte Vergütungen“ sollte es zukünftig geben.

In der abschließenden Diskussion herrschte schnell Einigkeit wie die Zukunft in der Hilfsmittelbranche aussehen soll. Die Branche müsse sich mit allen Beteiligten verständigen, wie sie Versorgungsqualität im Sinne der zu versorgenden Patienten definiert und unter welchen Rahmenbedingungen dies zu leisten sei. Die einzelnen Anforderungen müssten transparent, vergleichbar und messbar sein.

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